Verfahren B ist mehr als ein Förderformular. So nutzt du Heizlastdaten, Ventileinstellungen und Dokumentation für bessere Anlagen.

Verfahren B verbindet raumweise Heizlast, Heizflächenprüfung, Volumenströme, Ventilvoreinstellungen, Pumpenparameter und Regelung. Für dich wird daraus eine echte Planungsleistung.
Der hydraulische Abgleich nach Verfahren B ist für dich als SHK-Betrieb vom Zusatzthema zum Alltag geworden. Seit 2023 ist Verfahren B für BEG-Förderanträge nach VdZ-Angaben maßgeblich. Seit dem 1. Oktober 2024 nennt § 60c GEG bei neu eingebauten wassergeführten Heizungsanlagen in Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen oder sonstigen selbständigen Nutzungseinheiten ebenfalls Verfahren B oder ein gleichwertiges Verfahren.
Das ist fachlich konsequent. Wer eine Wärmepumpe, einen neuen Wärmeerzeuger oder eine Heizungsoptimierung sauber verkaufen will, braucht mehr als "Ventile nach Tabelle". Verfahren B zwingt zur raumweisen Betrachtung: Welche Heizlast hat der Raum? Welche Heizfläche ist vorhanden? Welche Vorlauftemperatur ist realistisch? Welcher Volumenstrom muss durch welches Ventil?
Verfahren A war ein vereinfachtes Näherungsverfahren. Für schnelle Bestandsoptimierungen konnte das früher pragmatisch sein, wenn keine Förderanforderung entgegenstand. Verfahren B geht tiefer: Raumweise Heizlast, Heizflächenprüfung, Volumenströme, Ventilvoreinstellungen, Pumpenförderhöhe, Regelung und Dokumentation werden zusammengeführt.
Der Unterschied zeigt sich auf der Baustelle. Beim Verfahren A wird oft überschlägig gearbeitet. Beim Verfahren B muss der Monteur wissen, warum ein Heizkörper im Schlafzimmer bei niedriger Vorlauftemperatur kritisch wird, warum der Badheizkörper trotz großer Fläche nicht automatisch reicht und warum eine alte Pumpe mit zu hoher Förderhöhe Strömungsgeräusche produziert.
Ein guter Verfahren-B-Prozess beginnt nicht im Büro, sondern am Heizkörper. Typ, Bauhöhe, Baulänge, Tiefe, Ventilart, Rücklaufverschraubung, Raumgröße, Außenwände, Fenster, Nutzung und vorhandene Regelung gehören zusammen. Bei Fußbodenheizung kommen Heizkreisverteiler, Kreislängen, Durchflussmesser und Raumthermostate hinzu.
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Energieberaterin für Bestandssanierung · Keller Energieberatung
Energieberaterin für Bestandssanierung mit Fokus auf Wärmepumpe, Heizlast und sinnvolle Sanierungsreihenfolge.
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Die wichtigsten Datengruppen sind:
Datengruppe | Praxisnutzen |
|---|---|
Raumheizlast | Grundlage für Volumenstrom, Heizflächenprüfung und niedrige Systemtemperaturen. |
Heizflächen | Zeigt, ob Heizkörper, FBH-Kreis oder Badheizkörper zur geplanten Vorlauftemperatur passen. |
Hydraulik | Ventile, Stränge, Pumpen und Differenzdruck erklären Geräusche und Unterversorgung. |
Regelung | Heizkurve, Nachtabsenkung und Pumpenmodus entscheiden über den echten Betrieb. |
Nachweis | VdZ-Formular, Berechnungsunterlagen und Einstellwerte sichern Förderung und Abnahme. |
Nach der Datenerfassung wird die Anlage nicht nur gerechnet, sondern eingestellt. Ohne Ventileinstellung, Pumpenanpassung und Heizkurvenkorrektur bleibt Verfahren B Papier.
Für den Kunden klingt alles gleich: "Ist vorgeschrieben." Fachlich musst du unterscheiden. BEG-Förderung folgt den Förderbedingungen und technischen FAQ. § 60c GEG greift bei der Inbetriebnahme wassergeführter Heizungsanlagen in Gebäuden ab sechs Wohnungen oder sonstigen selbständigen Nutzungseinheiten. Beide Welten verlangen hohe Dokumentationsqualität, aber nicht aus demselben Grund.
Wichtig ist auch: Temperaturbasierte oder automatische Verfahren können förderfähig sein, ersetzen aber nicht automatisch alle Anforderungen. BAFA und FAQ verweisen auf Gleichwertigkeit und Nachweisführung. Wenn Heizlast, Einstellwerte oder Regelungsparameter fehlen, wird aus "digital abgeglichen" schnell "nicht nachweisbar".
Du solltest Verfahren B als Standardprozess aufbauen:
Raumliste aus Angebot oder Aufmaß vorbereiten.
Vor-Ort-Erfassung mobil mit Fotos, Heizkörperdaten und Ventiltypen durchführen.
Heizlast und Heizflächenleistung im Büro rechnen.
Kritische Räume mit Kunden besprechen, bevor Material bestellt wird.
Einstellwerte auf Montagezettel oder App bringen.
Nach Einstellung Stichproben prüfen und Unterlagen übergeben.
beeBAAHM passt genau an die Datenschnittstelle: Der Monteur erfasst Heizkörper, Räume, Fotos und offene Punkte mobil am Auftrag; das Büro nutzt dieselben Daten für Berechnung, VdZ-Nachweis und Abnahme. So wird Verfahren B nicht jedes Mal neu improvisiert.
Verfahren B ist Aufwand. Aber es ist auch ein Verkaufsargument. Du kannst erklären, warum ein Heizkörpertausch sinnvoll ist, warum die Vorlauftemperatur sinkt und warum der Kunde Förderunterlagen belastbar bekommt. Gerade bei Wärmepumpen entscheidet diese Genauigkeit über Effizienz, Reklamationsquote und Vertrauen.